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Johanna
Elisabeth Lüders,
geb. de Boor
* 1811 1880
Botanikerin
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Johanna Elisabeth d e B o o r, geb. 21.10.1811, gest. 18.07.1880
in Badenweiler. Tochter des Hamburger Advokaten Carl Friedrich de Boor
(1776-1848) und der Senatorentochter Johanna Elisabeth Amsinck (1786-1812).
"Meine Schwester hatte eine sehr ungetrübte bequeme Jugend gehabt.
Aus Grundsatz wurde sie in keine Schule geschickt, auch den Privatunterricht
hatte sie nicht mit anderen Mädchen zusammen, sondern meist allein. Da
so der Wetteifer fehlte, sie auch von Natur keinen grossen Trieb zum Lernen
hatte, machte sie ungeachtet ihres großen Verstandes keine grossen Fortschritte.
Da sie indessen herangewachsen in jeder Beziehung (sie war auch schön
von Gesicht) für "eine gute Partie" gelten konnte, so erregte es ziemlich
allgemeine Verwunderung, als sie sich ohne weiteres entschloß, den Anträgen
eines Mannes Gehör zu geben, der, über noch einmal so alt war wie sie,
und ein Auswärtiger war.
Diesen, den damaligen Obergerichtsrat Peter Lüders in Glückstadt heiratete
sie den 3. Dez. 1831. Er war freilich ein Mann von ausgezeichneten geistigen
Eigenschaften. Ihre, auch mit Kindern gesegnete Ehe, war eine sehr glückliche,
abgesehn davon, daß meine Schwester später, von fast fortdauernder sehr
ernster Kränklichkeit heimgesucht war, welche mehrere Jahre fortgesetzte
Besuche des Seebades in Kuxhaven in Holstein zur Folge hatte. Bei der
neuen Organisation der oberen Behörden in Holstein und Schleswig wurde
Lüders als Regierungsrath nach der Stadt Schleswig versetzt, 1834, wo
die Familie seitdem lebt. Im Jahre 1846 wurde er, nebst den meisten anderen
Regierungsräthen in Ruhestand mit vollem Gehalt versetzt. Im Sommer 1850
nötigten ihn die politischen Ereignise, Schleswig schleunig zu verlassen
und sich in Holstein aufzuhalten. Er war meist in Kiel, wohin er im Frühjahr
1851 auch seine Familie zum bleibenden Domizil nachkommen liess."
[...]
Nachdem 1851 ihre Söhne auf die Universität gegangen waren und
ihre Tochter geheiratet hatte, konnte sie sich endlich ganz der Botanik
widmen, eine Tätigkeit, die sie schon längere Zeit, z.B. durch
das Erlernen der lateinischen Sprache, vorbereitet hatte. In Kiel fand
sie hierfür günstige Voraussetzungen vor: Prof. Jessen machte
sie mit den allgemeinen Grundlagen vertraut, Prof. Nolte führte sie
in die einheimische Flora ein und bei Prof. Hensen erlernte sie das Mikroskopieren.
Zunächst sammelte sie Moose und Algen, über die sie zahlreiche
Beiträge für Ludwig Rabenhorsts 'Algen Sachsens' (herausgegeben
von E. Sitzenberger, Dresden 1860) lieferte, bald aber begann sie mit
spezielleren Untersuchungen, zunächst der Diatomeen. Ihre diesbezüglichen
Arbeiten werden in Pfitzer's Abhandlung über die Bacillarien gewürdigt.
Danach begann sie Experimente über Schimmelpilze, die allerdings
umstrittener waren. Aus gesundheitlichen Gründen mußte sie
ihre Forschungen allerdings bald darauf aufgeben und verbrachte ihre letzten
Lebensjahre in Badenweiler. Ihre botanischen Sammlungen und ihre Bibliothek
vermachte sie dem botanischen Institut der Universität Kiel.
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