20.07.2003 11:48
   
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Heinrich de Boor
* 16?? - † vor 1700
Walckmüller
Heinrich ist ein Mitglied der reformierten Kirche, die sich auf Calvin beruft, hauptsächlich in der Schweiz, Frankreich, Niederlande, noch Schottland, Ungarn, Nordamerika, nur teilweise in Deutschland verbreitet, z.B. in Hanau, einen Tag stromabwärts von Mainz und Hochburg der katholischen Kirche, kaum weniger geduldet von Lutheranern, die in der Altstadt Hanau wieder zugelassen 1658 den Grundstein zur St. Johanniskirche legen. Neben der bereits reformierten St. Marienkirche und in der Neustadt außerdem reformierten, 1609 eingeweihten, französisch-niederländischen Doppelkirche.

Heinrich trifft hier auf Gleichgesinnte, die sich zur Seeligkeit oder Verdammnis schon unabwendbar auf Erden vorherbestimmt sehen, noch abzulesen an einem gut oder schlecht vollbrachten Werk, einbezogen den nachprüfbar wirtschaftlichen Erfolg. Hinzu kommt eine abweichende Auffassung vom Abendmahl, außerdem strenke Kirchenzucht und schlichte Gottesdiensform, die Leitung verteilt auf Prediger, Ältesten, Diakon und Lehrer.

Heinrich ist gelernter Walkmüller, ein bei der Tuchherstellung hilfreiches Handwerk neben dem Weber und Färber, unverzichtbar schon für die winterfeste Bekleidung, auch noch zu vergleichen mit Filzmantel, Filzhut, Filzdecke, Filzschuh in unseren Tagen. Dazu nahm man damals die Walkerde, eine Tonsorte, die das Verfilzen förderte, heute durch andere Mittel abgelöst und nur zum Entfernen von Fetten und Ölen verwendet. Man nannte den aufwendigen Arbeitsvorgang damals abgekürzt ein Walken, das Tuch durch Druck oder Stoß, unter Zugabe dieser graubraunen Tonsorte, zusammenstauchen. Die Erfindung geht auf ein Franzosen zurück...

Heinrich ist vielleicht ein Nachkomme der 47 wallonischen und 47 niederländischen Familien, die solange in Frankfurt am Main mehr oder weniger geduldet 1599 bei Gründung der Neustadt Hanau hinzugezogen wurden, oder aktenkundig seit 1609 Clément du Boys und dorthin berufen "französischer Prediger", zweilmal verheiratet und gestorben 1640, oder Jean Jacob Debois, Mitglied der wallonischen Gemeinde, der 1673 begraben wird.
Heinrich wird namentlich genannt in dem Traubuch der St. Marienkirche, festgehalten am 12. Februar 1700 als Heinrich Dubor, ein schon verstorbener Walckmüller allhier, bei der Trauung seines Sohnes Peter Dubor und leider nicht üblich, die andere Ehehälfte und vielleicht noch lebende oder auch schon verstorbene Frau von Heinrich namentlich zu erwähnen.
 
 
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  Peter de Boor
* ca. 1680 - † nach 1723
Walckmüller
   
 
 
  Johanna Maria de Boor, geb. Gruber
* ca. 1680 - † 17??
Mutter und Ehefrau