03.09.2003 11:29
   
de Boor im www | Kontakt | Bücher | Gästebuch | Intranet
     
.
Chronik des 19. Jh.
Orte des 19. Jh.
Personen des 19. Jh.
Stammbaum des Claus Hermann de Boor
 
Chronologie
Orte
Personen
Stammbaum
 


       
      down
Claus Hermann de Boor
* 1848 † 1889
Schlachtenmaler


Hermann de Boor, ca. 1880

Geboren am 12.12.1848 in Hamburg, Sohn des Hamburger Juristen Claus de Boor und der Senatorentochter Amalie Siemsen.
Aus gesundheitlichen Gründen erfolgt die Erziehung nicht in einer Schule, sondern im elterlichen Hause. Schon früh zeigten sich bei ihm die außerordentlichen künstlerischen Anlagen, sowohl für die bildende Kunst als auch für die Musik. Erstere bildete der Zeichenlehrer Ehrich aus, in der Musik wurde er von dem Musiker Fritz Schmidt, einem Schüler des Hofkapellmeisters Louis Spohr unterrichtet. 1869 Umzug nach Düsseldorf und Studium an der dortigen Akademie. Der Historienmaler Wilhelm Camphausen, der ihn als Privatschüler aufnimmt und auch Wohnung und Atelier stellt, erfolgt die künstlerische Ausbildung.
Sein Bestreben war von Anfang an auf das Soldatenleben gerichtet. Mit unermüdlichem Fleiße suchte sich der Schüler das was der Meister ihm zunächst zu geben hatte, Richtigkeit und Genauigkeit der Zeichnung. Auch als er mit der „Szene aus der Schlacht von Sedan“ sein erstes, selbständiges Bild geliefert hatte, blieb er noch Jahre lang in Camphausens Hause und wußte die reiche Erfahrung des älteren Künstlers für sein Streben nach weiterer Vollendung zu nutzen. Er widmete sich dem Fach der Historienmalerei, speziell der Schlachtenmalerei, die die Siege der preußischen Armeen von den napoleonischen bis zu dem deutsch-französischen Krieg feierte. Größere Aufträge die meist von militärischer Seite erfolgen, flossen ihm bei seinem zurückgezogenen Leben nicht zu. Ein Wettlauf mit anderen Künstlern widerstrebte seiner Natur durchaus, womit sich die geringe Zahl der ausgeführten Bilder im Verhältnis zu den zahlreichen Entwürfen erklärt.

1880 Rückkehr nach Hamburg. Im Atelier, das sich im Garten des Elternhauses befand, kann er nur noch wenige Bilder vollenden, auf musikalischem Gebiet warf er sich auf die Komposition von Liedern, wozu er die Texte meist selbst dichtete. Eine beginnende Augenkrankheit und eine 1875 erstmals ausbrechende Tuberkulose hinderten ihn mehr und mehr an der Fertigstellung seiner Entwürfe.
Im August 1888 heiratet Hermann de Boor die Malerin Julie Unna, verw. Ploos van Amstel, die eine beliebte Portraitmalerin der führenden Hamburger Gesellschaft war. Am 30. November 1889 starb er 40jährig an den Folgen einer Tuberkulose.
So hat ein reiches Künstlerleben vor der Zeit geendet. Aber die von ihn geschaffenen Werke bleiben und sichern ihm dauernd ein ehrendes Andenken in der heutigen Kunst.

 
   

 
               
   
 
 
 
   

Hermann de Boor

Waterloo

Soldatenlieder

 
               

Werke:

 

    Angriff von Chasseur d´Afrique auf Preußische Infanterie in der Schlacht von Sedan (1873)  

 

Die 76ger bei Loigny (1875) Widmung der Stadt Hamburg an das Officierscorps des Hanseatischen Infanterieregiments No 76.

 

Schlacht bei Belle-Alliance, 18. Juni 1815 (1878) Angriff französischer Cuirasssire unter Marschall Ney durch Hannoversche Infanterie abgewiesen.

       
    Skizze aus der Schlacht von Waterloo (1878)  

 

Verwundetes Pferd bei Gravelotte (1879) Nach der blutigen Schlacht von Gravelotte wird zum Sammeln geblasen. Von allen Seiten eilen herrenlos gewordene Pferde herbei, im Vordergrunde ein blutender Schimmel.

 

Der Deserteur Ein durch das Platzen einer Bombe wild gewordenes Artilleriepferd hat sich losgerissen und jagt in wilden Sätzen davon

 

Bazaine von Braunschweiger Husaren überfallen und verfolgt (1881) Episode aus der Schlacht bei Mars la Tour am 16. August 1870

   

 

 
   

Eroberung einer französischen Batterie durch das 7. Cuirassierregement in der Schlacht von Vionville 16. August 1870 (1883)

 
   

 

 
   

Waterloo II Letzter Moment der Schlacht von Waterloo

 
   

 

 
   

Waterloo nach der Skizze von 1878 unvollendet (1887 und 1888). Marschall Ney an der Spitze der alten Garde bei Napoleon und seinem Stabe vorbei in die Schlacht ziehend

 
   

 

 
   

Friedrich der Große bei Hohenfriedberg (Skizze)

 
   

 

 
   

Sowie sieben Studien und Skizzen in Öl, darstellend Pferde, Kanonen, Landschaften und Skizzen. 236 Zeichnungen und Aquarelle auf 106 Blättern. Ferner Architektur- und Terrainstudien vom Rhein und eine große Zahl von Liedern und Kompositionen.

top