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Nach
dem Tode ihres Mannes heiratet Marie Elisabeth de Boor [ ]
1801 den aus Lübeck stammenden Lizentiaten Friedrich Gerhard Vogel, der
sich 1765 in Hamburg niedergelassen hatte und eine gut gehende Advokatenpraxis
führte. 1803 erwarb Vogel in Dockenhuden - vor den Toren Hamburgs auf
dänischem Gebiet - ein Landhaus
und ließ durch Baumeister Arens ein Zweites unweit der Elbchaussee bauen,
in dem die Familie die Sommermonate verbrachte.
Der Bekanntenkreis war kulturell und intellektuell geprägt. Unter ihnen
waren der Dichter Klopstock, der Maler Tischbein, der Direktor des Johanneums
J. G. Gürlitt und der Baumeister Arens; man ging in die Oper, fuhr zu
Godefroy zum Schauspiel, besuchte eine Lesegesellschaft oder zu einen
der vielen Bälle bei denen die Neuigkeiten aus Paris ausgetauscht wurden.
Carl Friedrich de Boor [ ] hielt
sich im Frühjahr 1803 in Paris auf und berichtet in Briefen an seine Schwester
Charlotte [ ]
von den Museen, Theatern und dem gesellschaftlichem Leben:
"Am Dienstag habe ich endlich Bonaparten zuerst gesehen; in der Oper.
Es war Tamerlan und das neueste Ballet Daphis und Pandrose gegeben. Ganz
unerwartet kam er von ihr begleitet gegen das Ende des 2ten Acts. Allgemeines
Hände Klatschen. Ich kanns nicht sagen wie es mich ergriff. Er sitzt im
ersten Rang in der Loge auf der Vorbühne. Sie ist mit rohten goldgestückten
Gardinen und Decke devrirt. Aus dem Parquet konnte ich ihn ziemlich aber
doch nicht ganz deutlich fassen, daß er so blas aussieht, rührt wohl zum
Theil von der düsteren Einfassung, dem dunkeln Haar, der schwarzen Binde,
der dunkelblauen national Garden Uniform. Während der Vorstellung sprach
er zur Seite und hinter sich und nicht wie andere ehrliche Leute, wenn
sie sehen wollen und mit sehr natürlichem Anstande. So verbeugte er sich
auch am Ende vor dem Weggehen zweimal gegen die einstimmig Beyfall rufende
und klatschende Versammlung."
1806 erwirbt der junge Carl Friedrich de Boor die Bürgerrechte und heiratet
Johanna Amsinck [ ],
Tochter des Hamburger Bürgermeisters Wilhelm Amsinck. Sie schenkt im drei
Kinder (Wilhelm [ ],
Carl [ ]
und Johanna Elisabeth [ ]),
doch die glückliche Ehe findet mit dem frühen Tod der Ehefrau 1812 ein
jähes Ende. Nach dem Tod lehnt er die ihm angebotene Stellung als Syndikus
der Stadt Hamburg ab und zieht sich von allen Geschäften zurück.
Als Privatier lebt er von dem geerbten Vermögen seines Stiefvaters, heiratet
1816 die Tochter des Senators Claus Hinrich Sonntag [ ],
doch auch sie stirbt bereits nach einigen Jahren.
1821 folgt eine dritte Ehe mit Elisabeth Hagelstein [ ],
einer Tochter des Chirurgen und Mitbegründer des Oldesloer Bades
Franz Daniel Hagelstein [ ].
Die in der Stadt Hamburg ausbrechende Cholera veranlasste die Familie
1831 nun auch die Winter über in Dockenhuden zu bleiben, bis sie
mit ihren 6 Kindern 1834 nach Oldesloe zogen.
Die Söhne aus 1. Ehe studierten die Rechte und ließen sich
zunächst als Advokaten in Hamburg nieder. Sie heirateten 1839 die
beiden Töchter des Hamburger Kaufmanns und Kämmerschreibers Gerhard
Gabriel Schwartze - Auguste [ ]
und Caroline Schwartze [ ]
und ließen sich am Borgesch
in St. Georg nieder, während Claus de Boor [ ]
1848 die Senatorentochter Amalie Siemsen [ ]
heiratete und sich gleichfalls als Advokat in Hamburg (Raboisen
9) versuchte.
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